Christoph Bernhard Graf von Galen

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Christoph Bernhard Graf von Galen
Christoph Bernhard von Galen zu Pferd vor Groningen (Gemälde von Wolfgang Heimbach, 1674) (Quelle: commons.wikimedia.org)

Christoph Bernhard Graf von Galen (* 12. Oktober 1606 auf Haus Bisping bei Rinkerode - † 19. September 1678 in Ahaus) war von 1650 bis 1678 Fürstbischof von Münster.

Er besuchte ein Jesuitengymnasium in Münster und studierte in Köln, Mainz, Löwen (Belgien) und Bordeaux. Im Jahre 1630 wurde er zum Schatzmeister des Münsterschen Domes ernannt, am 14. November 1650 zum Fürstbischof. In dieser Funktion bekämpfte er den Protestantismus und führte Krieg gegen die Niederlande und Schweden. Dies trug ihm den Spitznamen "Kanonenbernd" ein.

Die Wahl von Galens zum Fürstbischof wurde durch seinen Gegenspieler, den Domdechanten Bernhard von Mallinckrodt heftigst bekämpft. Die sich daraus entwickelnde Konflikte führten schließlich dazu, daß von Galen die Stadt Münster belagern ließ und mit Gewalt unterwarf. Durch die anschließende Entmachtung von Rat und Zünften begründete er in Münster eine absolutistische Herrschaft. Dort, wo sich heute das Schloss befindet, ließ der Bischof nach der endgültigen Unterwerfung Münster 1661 eine mächtige Zitadelle errichten, um jeden Versuch der Münsteraner, sich ihm zu widersetzen, als von vornherein aussichtslos erscheinen zu lassen. Die gegenüberliegende Stadtmauer wurde einfach abgerissen, um den bischöflichen Kanonen freie Schussbahn zu sichern. Die Zitadelle stand bis 1764, dem Jahr, in dem mit dem Bau des noch heute dort befindlichen Schlosses begonnen wurde. Auf Initiative des Ortspfarrers wurde ihm in Telgte eine Skulptur gewidmet, die der Münsteraner Bildhauer August Schmiemann schuf. Sie steht heute auf der Liste geschützter Denkmale der Stadt Telgte.

Auf Anordnung des Bischofs wurde 1677 ein münsterisches Gesangbuch mit deutschen Liedern „nach Art der Zeit“ herausgegeben, da der Gebrauch „frembde[r]“ Gesangbücher „der eine den anderen in Irrung oder Verwirrung gebracht“ habe.[Anm. 1]

Einzelnachweise

  • [1] : Ekkehard Stier: Zur Geschichte von Orgeldispositionen in Westfalen [...] in: Festschrift 125 Jahre Orgelbau Fleiter, Thiekötter, Münster 1997 S. 119

Weblinks


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