Harald Deilmann

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Harald Deilmann (2005) (Foto: Ms111111, Lizenz: [CC BY-SA 3.0], vom Wikimedia Commons

Harald Deilmann (* 30. August 1920 in Gladbeck; † 1. Januar 2008 in Münster) war ein deutscher Architekt, Hochschullehrer und Autor.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Harald Deilmann machte 1938 sein Abitur in Münster. Nach Kriegsdienst und amerikanischer Kriegsgefangenschaft von 1943 bis 1945 studierte er von 1946 bis 1948 Architektur an der Technischen Hochschule Stuttgart. Nach seinem Diplom 1948 bei Rolf Gutbrod arbeitete Harald Deilmann als wissenschaftlicher Assistent von Günter Wilhelm an der Technischen Hochschule Stuttgart (1949–1951), in Bürogemeinschaft mit Heinrich Bartmann (1951–1953) und im Architektenteam Münster zusammen mit Max von Hausen, Ortwin Rave und Werner Ruhnau (1953–1955). 1955 gründete Harald Deilmann ein eigenes Büro für Architektur und Städtebau in Münster in Westfalen.

Städt.Bühnen Münster, heute: Stadttheater Münster, Architekturteam Münster (Foto von Rüdiger Wölk [CC BY-SA 2.0 de], Quelle: Wikimedia Commons)

1963 folgte Deilmann dem Ruf auf den Lehrstuhl für Gebäudelehre und Entwerfen der Technischen Hochschule Stuttgart. Er war dort von 1964 bis 1969 Gründungsdirektor des Instituts für Gebäudekunde und 1966 Leiter der Architekturabteilung. 1968 wechselte er auf den Lehrstuhl für Gebäudekunde und Entwerfen der Technischen Hochschule Hannover, 1969 auf den Lehrstuhl für Bauplanung an die Abteilung Raumplanung der Universität Dortmund. Dort war er Mitbegründer der Abteilung Raumplanung und 1972 Gründungsbeauftragter für die neue Abteilung Bauwesen der Universität Dortmund. 1974 übernahm er den Lehrstuhl für Bauplanung und Städtebau, Abteilung Bauwesen, der Universität Dortmund und war 1975 ihr Dekan. Nach seiner Emeritierung 1985 verstärkte Deilmann seine freiberuflichen Aktivitäten.

In mehr als 45 Jahren wirkte er bis zu seinem Tode 2008 als Architekt in Münster und führte Büroniederlassungen in Stuttgart, Düsseldorf, Dortmund und Potsdam. Sein Büro beteiligte sich an über 700 Wettbewerben, setzte ca.1000 Projekte in allen Bereichen der Umweltgestaltung um und erstellte zahlreiche städtebauliche Gutachten. Mit seinen Bauten prägte Deilmann das Stadtbild von Münster. Er erhielt über 150 Auszeichnungen in zum Teil internationalen Architekturwettbewerben, darunter 70 erste Preise. Deilmann betätigte sich auch als Preisrichter und Autor. Der Investorenarchitekt und Immobilienmakler Andreas Deilmann ist sein Sohn.

Ehrungen und Auszeichnungen

  • 1962 Großer Preis für Baukunst des Landes Nordrhein-Westfalen
  • 1967 bis 1993 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin (West), Sektion Baukunst; ab 1993 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, Sektion Baukunst.
  • 1968 Aufnahme in die Akademie für Städtebau und Landesplanung NRW, Hannover
  • 1970 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
  • 1976 Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • 1992 Paulus-Plakette, Stadt Münster
  • 1998 Ritterkreuz der weißen Rose, Helsinki
  • Mehrfache Auszeichnung mit BDA-Preisen

Siehe auch

Schriften

  • Wohnungsbau Karl Krämer Verlag, Stuttgart 1973, ISBN 3-7828-0608-5.
  • Wohnbereiche Wohnquartiere. Karl Krämer Verlag, Stuttgart 1977, ISBN 3-7828-0611-5.
  • Bank-, Sparkassen- und Versicherungsbauten Karl Krämer Verlag, Stuttgart 1978, ISBN 3-7828-1105-4.
  • Gebäude für die öffentliche Verwaltung. Verlagsanstalt Alexander Koch, Darmstadt 1979, ISBN 3-87422-566-6.
  • Wohnort Stadt. Living in cities. Karl Krämer Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 3-7828-0615-8.

Literatur

  • Architekten, Harald Deilmann. IRB Verlag.
  • Harald Deilmann – architect. F. Z. L. De Malave, Vance Bibliographies.
  • Wolfgang Schemann: Harald Deilmann: der Mann, der Münster veränderte. In: Westfälische Nachrichten, 3. Januar 2008 (Rubrik „Lokales“).
  • Sylvaine Hänsel, Stefan Rethfeld: Architekturführer Münster. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-496-01276-4.
  • Oliver Elser: In memoriam: Harald Deilmann (1920–2008). In: Deutsches Architektur Jahrbuch 2008/09 – DAM Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main. Prestel-Verlag, München 2008, ISBN 978-3-7913-4047-0.

Weblinks


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