Schweisstropfenbahn

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Die Schweißtropfenbahn von Münster

Die Schweißtropfenbahn ist eine historische Laufstrecke, die häufig fälschlicherweise als Trimmpfad bezeichnet wird. Tatsächlich handelt es sich jedoch nicht um einen klassischen Trimmpfad, da entlang der Strecke keine standardisierten Trainingsstationen für Kraft‑ oder Koordinationsübungen vorhanden sind.

Trotzdem besitzt die Schweißtropfenbahn eine besondere Bedeutung: Sie entstand bereits mehrere Jahre, bevor der Trimmpfad als offizielles Trainingskonzept entwickelt wurde. Damit zählt sie zu den frühen Beispielen kommunaler Bewegungsangebote im Freien, die vor allem dem Ausdauertraining dienten.

Trimmpfad – Hintergrund

  • Ein Trimmpfad ist ein Parcours, der Laufstrecken mit verschiedenen Übungsstationen kombiniert. Typische Elemente sind:
    • Klimmzugstangen
    • Balancierbalken
    • Sprung- und Koordinationsfelder
    • Kraft- und Dehnübungen
  • Das Konzept wurde erst später populär und zielte darauf ab, ganzheitliches Training – also Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Koordination – in der Natur zu ermöglichen.

Einordnung

Die Schweißtropfenbahn unterscheidet sich somit klar vom Trimmpfad, erfüllt aber dennoch eine ähnliche Funktion als niedrigschwelliges Bewegungsangebot. Ihre frühe Entstehung macht sie zu einem interessanten Vorläufer moderner Outdoor‑Fitnessanlagen in Münster.

Historie

Am 7. Oktober 1962 wurde in Münster der „Sportpark Sentruper Höhe“ offiziell eingeweiht. Unter den zahlreichen Anlagen im Sportpark befindet sich die Schweißtropfenbahn. Entlang zweier Seiten eines Sportplatzes stehen Trimmgeräte, die von einer 400 Meter langen Laufstrecke umrundet werden. Hier kann man Lauftraining und Turnübungen im Wechsel durchführen. Auf einer Übersichtskarte vom Sportpark und auf Wegweisern wird die Schweißtropfenbahn als Trimmpfad aufgeführt. Eigentlich handelt es sicher aber um keinen Trimmpfad. Bei einem Trimmpfad sind die Geräte entlang einer längeren Strecke aufgestellt. Dadurch sind die Reihenfolge der Übungen und die dazwischen zu bewältigenden Strecken eindeutig vorgegeben.

Die Schweißtropfenbahn verfügt über eine Beschilderung. Auf einer Übersichtstafel sind alle elf Übungen aufgeführt. Bei den Geräten befindet sich jeweils ein Schild mit Übungsnummer, einer Trimmy-Figur, Bezeichnung der Übung und symbolischer Darstellung. Letztere ist im Verhältnis zur Trimmy-Figur recht klein, obwohl sie eigentlich die wichtigste Information auf dem Schild darstellt.

Im Jahre 2006 wurde beschlossen, den Sportpark einschließlich Schweißtropfenbahn bis 2008 zu sanieren. Die Schweißtropfenbahn ist wahrscheinlich im Jahr 2007 erneuert worden, da sich auf den letzten beiden Geräten ein Aufkleber mit entsprechender Angabe des Baujahrs befindet.

Ohne historische Bilder aus den Anfangsjahren lässt sich jedoch keine Aussage treffen, wie die Schweißtropfenbahn im Originalzustand ausgestattet war. Möglicherweise gab es damals noch keine Beschilderung. Falls doch, sahen die Schilder nicht so aus wie heute, da die auf den Schildern vorhandene Trimmy-Figur erst im Jahr 1970 entstand.

In einem Antrag der „Laufsportfreunde Münster e.V.“ zur Errichtung einer Flutlichtanlage findet sich folgender Absatz: Bis in das Jahr 1949 lassen sich die Anfänge des Sportparks zurückverfolgen, als auf einem städtischen Grundstück hinter der Gaststätte „Feldschlösschen“ behelfsmäßig zwei Rasenspielfelder angelegt wurden. Da es in diesen Jahren an geeigneten Sportstätten im Westen der Stadt mangelte, beschloss der Rat der Stadt Münster die Einrichtung des Sportparks. Mit dessen Ausbau wurde schrittweise 1954 begonnen, 1962 wurde die Anlage als Vorzeigemodell gefeiert.

Die offizielle Eröffnung war am 7. Oktober 1962. In den folgenden Jahren war der Sportpark eine beliebte Anlaufstelle für Freizeit und Sport. Vereine, freie Gruppen und Schulklassen nutzten die Anlage ebenso wie sportbegeisterte Münsteraner. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Zu den Ausstattungsmerkmalen gehörte auch eine Schweißtropfenbahn (existiert immer noch), die man als Vorläufer der Trimm-dich-Pfade ansieht. Der Begriff Trimm-dich-Pfad entwickelte sich zusammen mit der Trimm-dich-Bewegung, die der Deutsche Sportbund im März 1970 startete. Die Schweißtropfenbahn im Sportpark gilt somit als die Keimzelle der Trimm-dich-Pfade in Deutschland.

Letztere Aussage ist allerdings falsch. Der erste echte Trimmpfad entstand im Jahr 1968 in der SchweizWP und ging auf eine Gruppe von Sportlern zurück, die im Wald Baumstämme und anderes Material für Trimmübungen nutzten. Der Bauplan dieses Trimmpfads wurde für den Aufbau zahlreicher weiterer Trimmpfade genutzt. Auch die meisten deutschen Trimmpfade wurden nach dem Bauplan aus der Schweiz (Vita-Parcours) angelegt.

Weblinks

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Schweißtropfenbahn von der Webseite Die Schweißtropfenbahn von Münster