Synagogen

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Eine Synagoge (von griechisch συνάγω synago; [sich] versammeln) ist das Versammlungs- und Gebetshaus einer jüdischen Gemeinde. Im Hebräischen wird die Synagoge בית כנסת‎ ("Beth knesset", d. i. "Haus der Versammlung) genannt. Einer Synagoge angeschlossen sind zumeist Räume für das Gemeindeleben, für Versammlungen, Unterricht und Studium.

In Münster ist die jetzige Synagoge in der Klosterstraße seit 1961 das vierte Gebetshaus der münsterschen Juden, das als Synagoge zu bezeichnen ist.

Die erste Synagoge

Bereits im 12. Jahrhundert gab es ein kleine geschlossene Ansiedlung von Juden innerhalb der Stadt Münster. Das "Judenviertel" befand sich hinter dem Rathaus auf dem Gelände des heutigen Rathausinnenhofs und des Syndikatplatzes. Hier stand wohl auch der erste Synagogenbau. Einer Urkunde des Pfarrarchivs von Sankt Lamberti vom Ende des dreizehnten Jahrhunderts ist zu entnehmen, dass die Juden dafür drei Schillinge "Grundzehnt" zahlten. Während der Pestepidemie 1349 / 1350 wurde die Synagoge zerstört, die jüdische Gemeinde aufgelöst und die Juden getötet oder vertrieben.

Die zweite Synagoge

Bis ins 19. Jahrhundert gab es danach kein jüdisches Gemeindeleben in Münster. Erst während der Zeit der napoleonischen Besetzung Münster konnten sich Juden wieder dauerhaft in der Stadt niederlassen. Die kleine Gemeinde, die sich bildete, wuchs in der folgenden Zeit, als Münster an Preußen gefallen war, stetig an. Sie erwarb ein Wohnhaus in der Loerstraße und richtete im ersten Stock eine Gebetsraum ein. 1830 wurde, ebenfalls an der Loerstraße, die zweite Synagoge in Münster gebaut und 1834 eingeweiht. Über das Aussehen und die Architektur des Bauwerks ist heute nichts mehr bekannt. Ob sie von außen als Synagoge erkennbar war oder in ihrem Äußeren nicht von einem Wohnhaus zu unterscheiden war, ist nicht mehr festzustellen.