Caspar Offenberg

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Caspar Offenberg (alternativ: Kaspar) (* 4. Februar 1809, † 3. März 1879) war von 1856 bis 1878 Oberbürgermeister der Stadt Münster. Er war verheiratet mit Johanna Maria Geisberg.[Anm. 1]

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Er entstammt einer alten Patrizierfamilie. Nach dem Besuch des Gymnasium Paulinum studierte er in Bonn und Berlin Rechtswissenschaften.

1829 kam er an das Land- und Stadtgericht Münster, 1834 wurde er GerichtsassessorWP am Oberlandesgericht. Nach einer Tätigkeit in Beckum beförderte man ihn 1840 zum Direktor des Stadt- und Landgerichts Ahlen, 1949 wurde er zum Zweiten Direktor des Kreisgerichts Warendorf ernannt. Am 28. Oktober 1849 berief man ihn an das Kreisgericht zu Münster. 1851 wurde Offenberg Mitglied der städtischen Armenkommission.

Oberbürgermeister

Am 8. Februar 1856 wurde Caspar Offenberg zum Ersten Bürgermeister gewählt, am 25. September[Anm. 2] desselben Jahres ins Preußische Herrenhaus berufen, später unter Verleihung der goldenen Amtskette zum Oberbürgermeister ernannt und mit dem Roten AdlerordenWP und dem KronenordenWP IV. Klasse geehrt.

In seiner Amtszeit wurde 1862 der Saal des Rathauses ausgebaut.

1868 wurde er wiedergewählt (zwölfjährige Amtsperiode). 1869 wurde ihm der Titel Geheimer RatWP verliehen.

Caspar Offenberg setzte sich für die Erweiterung des Gebietes der Stadt Münster in Richtung des Bezirkes St. Mauritz ein: In einer Denkschrift machte er darauf aufmerksam, dass die Bevölkerung des stadtnahen Gebietes von St. Mauritz eher mit der Stadt in Beziehung stehe als mit der übrigen, bäuerlichen Bevölkerung dieser Gemeinde. Auch sei eine Eingemeindung förderlich für die Infrastruktur der betreffenden Gebiete. In seine Amtszeit fiel schließlich die teilweise Eingemeindung der damaligen Landgemeinden St. Mauritz, St. Lamberti und Überwasser (1875).

1876 machte Offenberg die preußische Regierung darauf aufmerksam, dass der Hörster Friedhof voll belegt sei, darüber hinaus liege er inzwischen inmitten neuer Bebauung, was für die Gesundheit der Bewohner ein Risiko darstelle. Als Folge dieser Umstände wurde schließlich 1887 der Zentralfriedhof angelegt.[Anm. 3]

Im Nachruf des Magistrats ist zu lesen:

Er war ein braver Mann im vollsten Sinne des Wortes, ohne Falsch, der überall Freunde, aber keinen Feind hatte.

Quellen

  • Vermessungs- und Katasteramt der Stadt Münster: Straßennamen in Münster – Offenbergstraße
  • Das schöne Münster, 4. Jg. 1932, Heft 11: Münsters Oberbürgermeister 1824–1932, S. 155 mit einem Porträt mit der Amtskette
  • (Stadterweiterung): Hans-Jürgen Teuteberg, Bevölkerungsentwicklung und Eingemeindungen in: Geschichte der Stadt Münster, Bd. 2, S. 374–376

Einzelnachweise

[1] : Jette Bruns: Hold Dear, as Always: Jette, a German Immigrant Life in Letters, Seite 28, Universty of Missouri Press, Columbia 1988. online
[2] : Das schöne Münster: 24. November
[3] : Otto-Ehrenfried Selle: Wo Generäle und Gelehrte ruhen, Westfälische Nachrichten: Auf Roter Erde, 5. November 2014